Jazz-Parade: Buntes Treiben auf Groß-Umstadts Straßen – Akrobatische Einlagen, beschwingte Dixie-Klänge und viele bekannte Gesichter begeistern das Publikum UMSTADT. „Bei Regen Live-Musik ohne Parade.“ So steht’s auf dem kleinen Lageplan, den Helfer des Umstädter Kulturamts unter den Schaulustigen längs der Carlo-Mierendorff- und der Georg-August-Zinn-Straße verteilen. Kurz vor 16 Uhr fallen ein paar Tropfen vom Himmel. Und bei manchen Gästen beginnt damit das Bangen um das Vergnügen der Summer-Jazz-Parade.
Es sind ja nicht so sehr die Musiker, denen die Nässe etwas ausmacht. Empfindlich sind vielmehr Elektronik und Instrumente. Die „OWeKados“, die vorab schon mal einheizen, haben’s da gut: Sie „zelten“ sozusagen im Wendelinuspark.
Groß-Umstadts Bürgermeister Joachim Ruppert, der mit Freunden an einem Stehtisch plaudert, gibt sich optimistisch. Immerhin sei es nicht so schwülwarm wie unlängst beim Johannisfest, meint er mit Blick zum Himmel. Ansonsten müsse das Wetter einfach halten, weil die Jazz-Parade sich mittlerweile zu einer erfreulich festen Größe im Kulturprogramm der Stadt entwickelt habe.
Auf jeden Fall hat sich die Sache schon recht weit rumgesprochen. Unter den Zuschauern ist etwa Ilona Bonk, die eigens aus Bensheim angereist und nun sehr neugierig ist, was da auf sie zukommen wird. Die Uhr in der Georg-August-Zinn-Straße hat inzwischen die 16-Uhr-Marke überschritten, das bisschen Regen ist vorbei, aber die Parade noch nicht in Sicht. Der kleine Erik Ehrenfeld ist das erste Mal hier und bereits gespannt. Chauffiert von Papa, hat der kleine Festbesucher den Weg nach Umstadt von Bad König aus zurückgelegt.
Dort ist auch eine Oldtimer-Tour gestartet, und ein paar der musealen Blechkisten sind mit dabei, denn sie sind eingeladen, sich an der Parade zu beteiligen. Und die kommt jetzt tatsächlich um die Ecke – beziehungsweise „de Paul“ kommt um die Ecke, Steel-Guitar und Batterieverstärker umgeschnallt. Die ihn kennen, raunen: „De Paul kimmt“ – was so viel heißen soll, dass die Parade jetzt losgeht, für deren Organisation Paul Wucherpfennig mit dem Kulturamt verantwortlich zeichnet.

Dann geht’s Band auf Band, Gruppe auf Gruppe – diesmal gegliedert in Blöcke, damit die Töne schön sauber getrennt bleiben. Die Cheerleader der Wiesbaden Phantoms zeigen gleich im ersten Block akrobatische Kunststücke, und die, die schon öfter am Straßenrand standen, sehen viele alte Bekannte, etwa die „March Mellows“, „Samba Osenga“ und die Kerb Dixie Stompers, die wie die fahnenwerfenden Kokopellis aus Groß-Zimmern kommen.
Das Publikum will mitfeiern und spendet viel Applaus. Drei Samba-Schönheiten ziehen vorbei, und das Defilee dauert diesmal anderthalb Stunden, wobei „Los 4 del Son“ den Latino-Schlusspunkt setzen und damit an die Party des Vorabends anknüpfen. Vom Marktplatz aus verteilen sich die Gruppen sternförmig auf verschiedene Lokale – und die Party geht bis in den Abend weiter.
DArmstädter Echo/JazzParade
aus
8.7.2008
Seite zuletzt geändert am: 11.07.2008, 18:25 von Mark Prieur