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Ehre, Musik, Tanz und Zauberei

Sportlerehrung: Mehr als 100 Namen finden in Groß-Umstadt Raum in einem dreistündigen, aber kurzweiligen Programm

GROSS-UMSTADT. So sieht vielleicht moderne Rattenfängerei aus: Ein Herr und drei Damen, alle schwarz gewandet, locken mit Saxofonen in den Saal. Hat was Teuflisches, heißt aber: SaxAngels. Mit heftigem Tröten markierten sie am Samstagabend den Beginn der Sportlerehrung der Stadt Groß-Umstadt. Es wird ein gut dreistündiges Programm mit gut 100 Namen, Urkunden und Medaillen, was langatmiger klingt, als es dann tatsächlich ausfällt.


Die Behindertensportler spielten bei der Sportlergala der Stadt Groß-Umstadt eine wichtige Rolle - nicht nur mit ihren sportlichen Erfolgen, sondern auch als Tänzer auf der Bühne. Ihr Auftritt fügte sich gut in die Ehrung ihres Abteilungsleiters Manfred Picolin, der an diesem Abend mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.   
FOTO: KlAUS HOLDEFEHR


Ein solcher Ehrungsmarathon hat fast immer eine problematische Dimension, und deshalb haben sich die Organisatoren der Stadt für die Form einer „Sportlergala“ entschieden, mit prominenten Gästen, Interviews, Musik, Tanz und Zauberei. Es gibt einen Gradmesser des Erfolgs, und in Groß-Umstadt heißt er: Die allermeisten Gäste bleiben bis zum Ende nach 23 Uhr.

Schließlich wird ihnen ja auch was geboten – nicht nur die SaxAngels. Die gut 300 Besucher lassen sich zum Beispiel von Simon Pierro verzaubern. Der Bühnenmagier ist gut, schnell, witzig, zaubert auch mit Geldscheinen, und im Gegensatz zu manchem Investmentbanker gibt er den Anlegern aus dem Publikum das Geld sogar wieder zurück.
Und da ist Nia Künzer. Sie ist das Golden Girl mit dem Golden Goal. Sie hat die Frauenfußballnationalmannschaft zum Weltmeistertitel geköpft. Im Interview mit Handballer Holger Zindt von den Umstädter Handballern verrät sie, die manchen überraschend klein vorkommt, worauf es ankommt: auf Sprungkraft.

Bürgermeister und Hausherr Joachim Ruppert kann an diesem Abend noch viele Namen nennen, aber einer ist von ganz besonderer Bedeutung: Manfred Picolin bekommt von Hessens Sozialministerin Silke Lautenschläger das Bundesverdienstkreuz am Band und wird – was ihn mindestens ebenso berührt – vom Publikum mit minutenlangen stehend mit rhythmischem Beifall gefeiert. Passend zu Picolins Rolle in der Behindertensportabteilung des Turnvereins zeigen Behindertensportler ein Bühnenballett, das mindestens so mitreißend ausfällt wie der spätere Auftritt der Schaafheimer Tanzwut.

Es gibt natürlich auch die etwas „trockeneren“ Abschnitte, in denen zum Beispiel erläutert wird, wer für welche Leistung Anspruch auf welche Urkunde und Medaille hat. Aber beim Verlesen der Namen brandet immer wieder spontan Applaus auf, und besonders gefeiert werden die Behindertensportler, die offensichtlich wieder einmal eine ganz meisterliche Saison im Laufen, Schwimmen und Springen absolviert haben.

Neben den vielen Sportlern werden zudem erfolgreiche Züchter geehrt. Und aus allen Namen ragen neben dem von Picolin noch zwei heraus: Hans Kilberth ist vielen Besuchern der Groß-Umstädter Sportlerehrungen ein lieber alter Bekannter. Der Degenfechter wird bereits zum 40. Mal ausgezeichnet. Und die Neu-Heubacherin Anastasija Reiberger ist bei den Olympischen Spielen in Peking immerhin 14. geworden. Sire schildert ihre Eindrücke: „Die Spiele waren sehr gut organisiert, und Peking ist eine sehr moderne Stadt.“    


aus
27.10.2008 

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Seite zuletzt geändert am: 29.10.2008, 14:24 von Mark Prieur

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