Jazz: Das Groß-Umstädter Publikum feiert das Quartett „Blu Room“ und seine gelungene Mischung aus Swing, Samba und Balladen
GROSS-UMSTADT. Zur Jazz-Lounge am Sonntag konnte Paul Wucherpfennig als künstlerischer Berater viele Zuhörer in der Groß-Umstädter Stadthalle begrüßen. Mit der Gruppe „Blu Room“ hatte er einen guten Griff getan, denn das Quartett mit der Sängerin Jeanine du Plessis im Mittelpunkt begeisterte von Beginn an.
Der Pianist Christoph Schoepsdau eröffnete den Abend mit dem Swing-Klassiker „Pennies From Heaven“ und stimmte auf die musikalische Grundrichtung des Begleittrios ein: „The Night Starts To Swing“. Dann übernahm die aus Südafrika stammende Sängerin die Regie. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme bewegte sie sich zwischen bewährten Swingthemen und lebhaften Samba-Variationen, aber auch ruhigen, stimmungsgeladenen Balladen.
Charakteristisch ihre Version von „Skylark“, dem Lied von der Feldlerche. Die Balladenmelodie stellte an die Interpreten höchste Ansprüche, facettenreich war dabei auch die Untermalung durch das Trio, in dem neben dem Pianisten der Kontrabassist Johannes Schaedlich und Schlagzeuger Jens Biehl überzeugten.
„Alice In Wonderland“ in der selten gehörten Gesangsversion und in einem Arrangement von Christoph Schoepsdau eröffnete den zweiten Teil des Abends. Jeanine du Plessis folgte mit Temperament und Intensität den Spuren von Silje Neergard, der großen skandinavischen Jazzsängerin, die ihr wichtigstes Vorbild ist. Dazwischen gab es immer wieder exzellente Solo-Improvisationen ihrer Begleiter, die dafür mit Zwischenbeifall belohnt wurden, und am Ende der umjubelten Präsentation mehrere Zugaben, darunter spektakulär und hinreißend groovend „Mercy, Mercy, Mercy“.
Hans-Dieter Vötter
22.1.2008
Seite zuletzt geändert am: 10.05.2008, 11:09 von Mark Prieur