Revue: Gegensätze sind Trumpf: „Gentle Noise“, die „Steve Scondo Band“ und „Cabarét Paris“ zu Gast im Pfälzer Schloss in Groß-Umstadt
GROSS-UMSTADT. Vor einem Jahr hatte Paul Wucherpfennig die Idee zu einer „Schloss-Revue“. Seither ist der Rittersaal im Pfälzer Schloss alle vierzehn Tage ausverkauft. Das Publikum sitzt an kleinen Tischen, und aus der Küche kommen kulinarische Köstlichkeiten sowie Umstädter Wein-Spezialitäten. Auf der Bühne treten derweil Künstler auf, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Das wurde am Freitag schon an den Namen der angekündigten Gruppen deutlich: „Gentle Noise“, „Steve Scondo Band“ und „Cabarét Paris“.
„Gentle Noise“ bedeutet „mildes Geräusch“. Die südafrikanische Sängerin Jeanine Du Plessis begibt sich hierbei auf die Fährte von „Sade“ und ähnlichen Künstlern. Im Repertoire finden sich gefühlvoll-jazzige Adaptionen populärer Stücke von Michael Jackson und Stevie Wonder. Joey Becker ist mit seiner sechssaitigen Bassgitarre so etwas wie die Rhythmus-Gruppe, die von dem Gitarristen David Kirchner wirkungsvoll ergänzt wird. Ohne nach elektronischen Effekten zu haschen, überführen sie „Fifty Ways To Leave Your Lover“ von Paul Simon oder „Superstition“ von Stevie Wonder ebenmäßig und samtig in die Jazz-Lounge des dritten Jahrtausends.
Der Sänger Steve Scondo hat viele Jahre mit seiner Gitarre die „Hootchie Cootchie Blues Band“ geprägt. Nach hunderten von Auftritten im Rhein-Main-Gebiet löste sich die Gruppe vor einigen Jahren auf, und er stellte die „Steve Condo Band“ zusammen. Mit dem Pianisten Helmut Grahl, dem Schlagwerker Jürgen Ruth sowie dem exzellenten Kontrabassisten Peter Fassauer frönt er dem Blues und Rock’n’Roll im Stil der fünfziger Jahre. Entsprechend hingerissen sind die Zuschauer, wenn im Retro-Gewand „Jambalaya on the Bayou“ von Hank Williams oder „Buona Sera Signorina“ von Louis Prima erklingt.
Auf gegensätzliche Farben setzt Yvonne Vogel mit ihrer Gruppe „Cabarét Paris“. In dem Programm „Im Tingeltangel tut sich was“ scheint die Schauspielerin die Zeit um hundert Jahre zurückzudrehen. Der Gitarrist Jens Horst und Jochen Bernhardt am Akkordeon begleiten sie unprätentiös und stilgerecht. Vogel mischt die unterschiedlichsten Melodien mit skurrilen oder anrüchigen Gedichtchen, und die Zuschauer lachen Tränen.
Die Ehe ist lediglich eine Abkürzung für „Errare humanum est“ (irren ist menschlich), und alles reimt sich herrlich, wenn sie einer Frau empfiehlt, den Partner zu erschießen: „So ein Projektil kostet nicht viel.“
Fortsetzung folgt
Die nächste „Schlossrevue“ ist am 29. Februar um 20 Uhr (Einlass 19 Uhr) mit „Keller feat. Nina S.“, den „Dominanten“ und der Celtic-Rock-Band „Le Cairde“. Restkarten können unter Telefon 06078 75670 bestellt werden.
Marc Mandel
18.2.2008
Seite zuletzt geändert am: 22.02.2008, 08:52 von Mark Prieur