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Mit afrikanischen Klängen begeisterte der Gospelchor
Groß-Umstadt am Samstag in der voll besetzten Stadtkirche. 
Bild und Text: Dorschel

Afrikanische Klänge in der Kirche

Volle Stuhlreihen bei Gospelnacht mit verschiedenen Chören, der "Band"
und Saxofonquartett

(dor) Voll besetzt war die evangelische Stadtkirche am Samstag bei der langen Gospel-nacht, bei der mit fortschreitender Uhrzeit ein Höhepunkt den anderen ablöste. Zum zweiten Mal hatte der Umstädter Gospelchor zu dieser Veranstaltung geladen, bei der ne-ben dem befreundeten Eberstädter Gos-pelchor auch das Frankfurter Saxofonquartett "Para Vos" und die bewährte "Band" mit-wirkten. Weit geöffnete Türen lockten noch manch Neugierige vom Marktplatz herein, in den Genuss der Musik kamen auch zufällig vorbeischlendernde Passanten. Den ersten Teil des Programms gestaltete der Gospelchor Groß-Umstadt ausschließlich mit afrikanischen Weisen. Die Klänge versetzten auf den dunklen Kontinent, in weiche, warme Farben und Töne gehüllt fühlte sich der
Zuhörer, fremdartig die Lieder und zugleich einladend. Die in der Kirche ungewohnte Lichttechnik zauberte prächtige Farbenspiele an die Decke des Altarraums, spielte mit unterschiedlichsten Akzenten, wechselte von Helligkeit zu Dunkelheit.
Während die Umstädter durch passende In-strumente wie die afrikanische Trommel begleitet wurden, sang der Eberstädter Gospelchor, der mit Gospels aus Amerika aufwartete, ausschließlich a capella. Zwei Wochen zuvor war das gesamte Konzertprogramm bereits in der Christuskirche Eberstadt zu hören gewesen. In der Pause warteten bei angenehmen Temperaturen im stimmungsvoll illuminierten Kirchgarten Brezeln, gekühlte Getränke und angeregte Gespräche. Zu einem grandiosen Highlight geriet der Auftritt des Saxofonquartetts Para Vos, vier Studenten der Musikhochschule Frankfurt. Wer diese jungen Talente hörte, synchron agierend, harmonisch bis zum letzten Ton, sollte nicht meinen, dass sie gerade mal seit sieben Monaten zusammen spielen, technisch ausgefeilt, temperamentvoll, mit viel Freude am Instrument. Ob Klassik oder Moderne, mitreißend wurden die berühmtesten Melodien der Dreigroschenoper, ebenso wie Fulminantes aus West Side Story präsentiert, im Takt schnippte nahezu jeder beim "Rosaroten Panter" von Henry Mancini mit, ein letzter "kleiner Reisser" schließlich Brahms' Ungari-scher Tanz. Manch einer erlag beinahe der Illusion, dazwischen Instrumente zu hören, die gar nicht vorhanden waren und hier und da klang es im Kirchenrund nach mindestens doppelt so vielen Musikern. Verdienter Riesenapplaus für die jungen Vollblutmusiker.
 In einer erneuten Pause tankten die begeisterten Besucher neue Kraft für das furiose Finale. Gemeinsam zeigten jetzt Umstädter und Eberstädter Gospelchor, was in ihnen steckt, unterstützt von der versierten Band mit Saxofon, Schlagzeug, Bass, Piano und Hammond-Orgel. Zur absoluten Hochform lief nun Chorleiter Stefan Mann auf, der "bewegte Mann" mit vollem Körpereinsatz. Allein den Dirigenten bei seiner schweißtreibenden Arbeit zu beobachten, war Freude genug. Immer wieder fühlte sich das Publikum zum Mitklatschen und Mitswingen animiert, bevor nach mehr als drei Stunden die Leistungen der über 80 Mitwirkenden mit lang anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen belohnt wurden.

 

Sowohl traditionelle Gospels und Spirituals als auch geistliches Liedgut in moderner Form waren bei der Gospelnacht zu hören. Im mitreißenden Finale traten Umstädter und Eberstädter Gospelchor gemeinsam mit der Band auf. 
Bild und Text: Dorschel

Odenwälder Bote 3. Juni 2008

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Seite zuletzt geändert am: 07.06.2008, 20:18 von Mark Prieur

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