Gotthard Peschko zeigt seine Werke im Kunstforum
(Jo) Zum Jahresausklang präsentierte das Kulturamt der Stadt Groß-Umstadt eine Ausstellung, die unter dem Motto „Wahre Werte“ stand. Gezeigt werden Werke des Künstlers Gotthard Peschko. Peschko wurde 1954 in Darmstadt geboren und fühlte sich schon seit seiner Kindheit sehr zum künstlerisch Gestalterischen hingezogen. Allerdings, mit dem Berufszweig Kunst konnten sich seine Eltern überhaupt nicht anfreunden. So lernte der „Bub“ erst einmal einen „richtigen“ Beruf, der ihn zur Thematik Technik führte.

BU: Ausstellungseröffnung Gotthard Peschko
Noch bis zum 6. Januar sind die Werke des Künstlers Gotthard Peschko (links)
in der Säulenhalle des Rathauses in Groß-Umstadt zu sehen.
Unser Bild zeigt ihn, zusammen mit dem Keyboard-Performance Musiker
Christoph Garstka, der mit sphärischen Klänge aus „Traluna“ die Ausstellungseröffnung umrahmte.
Der eigentliche Wunschtraum, die Kunst als Lebensform zu zelebrieren, ließ ihn aber nie los. Als Autodidakt erschuf sich Peschko seine eigene künstlerische Welt, in der er sich wohl fühlte, auch wenn sie immenses von ihm forderte. Aber, er stellte sich dieser Herausforderung, unter anderem auch gepaart mit einer an Agilität kaum zu übertreffenden Schaffenskraft. Zunächst waren es Bleistiftzeichnungen und Tuschearbeiten, später folgten Federzeichnungen mit Silberbronze.
Werke, die jetzt auch in Groß-Umstadt noch bis zum 6. Januar 2008 zu bewundern sind, zeigen Arbeiten mit Blattgold und schwarzen Stoffen. Sie waren auch der Weg zu einem eigenen Kunststil, der in jüngster Vergangenheit sehr viel Aufmerksamkeit erfuhr. Seine Werke bilden mittlerweile eine Bereicherung in verschiedenen privaten Sammlungen. Kunstliebhaber in Deutschland haben sie ebenso für sich entdeckt, wie Kunstmäzene in den USA.
Die Bilder entführen den Betrachter in spirituelle Welten, wobei Esoterik und die für jeden unterschiedliche Faszination der Arbeiten eine große Rolle spielen. Man muss sich darauf einlassen, wie Kulturamtsleiterin Angelika Borchert in ihrer Begrüßungsansprache deutlich machte. Es seien Werke, die sich dem Betrachter erst nach intensiven Blicken eröffneten. Die Bilder könne man dadurch immer wieder neu erfahren.
Auch Stadträtin Renate Filip übermittelte Grußworte und zeigte sich ebenfalls fasziniert von den ausgestellten Werken, die keinen Betrachter unberührt ließen. Zugleich dankte sie Christian Garstk, einem persönlichen Freund des Künstlers, aus Münster in Westfalen. Er habe mit seinem Keyboard außergewöhnliche sphärische Klänge in die Säulenhalle des Rathauses gezaubert.
Wenn man die Arbeiten von Gotthard Peschko näher betrachtet, fällt einem zunächst das handwerkliche Geschick des Künstlers in’s Auge. Gold-, Silber- und Kupferpigmente sind mit einer wahrhaft meisterlichen Leistung auf dunkle Seide gebannt. Peschko lässt sich bei der Entstehung seiner Bildnisse von begleitender meditativen Musik inspirieren. Die Werke sind sehr arbeitsintensiv, da die Metallpigmente in kleinsten Mengen, mit feinsten Pinseln, Federn und Akupunkturnadeln und das in teilweise bis zu acht Schichten übereinander aufgetragen werden.
Wer schon einmal die Mathildenhöhe in Darmstadt besucht hat, der entdeckt zweifelsohne eine Verwandtschaft zum Jugendstil, aber auch Ähnlichkeiten zur Ikonographie. Das Titelbild zur Ausstellung „Wahre Werte“ entführt den Betrachter gezielt in eine esoterische Reise, sofern dieser sich darauf einlässt. Über den Wolken, wo ja bekanntlich die Freiheit grenzenlos sein soll, erhebt sich eine Brücke, die ein Paar in eine andere Welt gehen lässt. Es ist eine Landschaft des Friedens, nicht durchkreuzt von einer Autolawine, Hochhäusern, oder Konsumtempeln. Alles erscheint in einem dahingleitenden positiven meditativen Strom.
Sehnsucht, wohin auch immer, oder nach was begleitet den Künstler bei seinen Arbeiten. Manifestiert sind sie in seinen Werken, die erst nach vielen Stunden vollendet sind und dann dem Betrachter eine große Kraft von Harmonie und Intensität vermitteln, oftmals den Zugang zu eigenen Deutungen zulassen oder sogar herausfordern.
Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 6. Januar 2008, immer Samstags und Sonntags von 11 bis 18 Uhr.
Bild und Text: Johmann
Seite zuletzt geändert am: 11.08.2008, 21:29 von Mark Prieur