Groß-Umstadts beliebte Kleinkunstbühne Schlossrevue bietet seit elf Jahren gute und abwechslungsreiche Unterhaltung

Von Dorothee Dorschel

GROSS-UMSTADT – Eine Liedermacherin mit Ukulele, „das“ Darmstädter Comedy-Duo und eine Band mit gestandenen Musikern gab es bei der Schlossrevue, die am Freitagabend in Groß-Umstadts Stadthalle für Begeisterung sorgte. Seit nunmehr elf Jahren bietet diese Kleinkunstbühne immer wieder neue und ganz unterschiedliche Unterhaltung.

Eingeladen werden teils altbewährte und immer wieder gern gesehene Gäste, teils mit innovativen Inhalten, regelmäßig auch Newcomer. In Kooperation von Stadtmarketing und Paul Wucherpfennig startete man nun in einen weiteren Kleinkunstabend mit Kultstatus.

Den Auftakt übernahm dabei die Aschaffenburger Songwriterin Uta Desch. Als sehr authentisch empfanden die mehr als 100 Gäste die Liedermacherin, die ausschließlich mit eigenen Songs auftrat. Aktuell die Bezüge, bissig-provokant. So erzählte sie, hervorragend begleitet von Gitarrist Boris Daus, mal absurde, mal gefühlvolle Geschichten, aus dem Leben gegriffen. Dem „Krieg auf unseren Straßen“ war ebenso ein Lied gewidmet wie den ruhigen Momenten mit „Verschwunden“ oder Liebesliedern.

Begeistert von diesem speziellen Umstädter Unterhaltungsformat zeigte sich Zuhörerin und selbst Musikerin Renate Campos. „Es ist sehr abwechslungsreich, man weiß nie, was kommt. Das Programm hält immer wieder Überraschungen bereit, ganz verschiedene Acts. Das macht den Reiz aus.“

Noch nie bereut hat auch das Ehepaar Ulitzka einen Besuch bei der Schlossrevue. „Wir gehen eigentlich immer hierher, egal wer kommt.“ Bei drei Programmpunkten könne man davon ausgehen, dass mindestens zwei davon gut seien. Zu 90 Prozent gefällt es stets auch dem befreundeten Paar aus Langen schon seit vielen Jahren. Einzigartig sei das Konzept der Umstädter Schlossrevue: „So etwas in der Art haben wir noch nirgendwo gesehen.“

Aus der Urzelle „Kleinkunst im Kuhstall“ Ende der neunziger Jahre entstanden und ab 2007 weiter entwickelt im Pfälzer Schloss, wurde das Format im Grunde stets beibehalten – Musik, Comedy, Kabarett. Zu Beginn Anspruchsvolles, teils auch Nachdenkliches, dann etwas zum Lachen, schließlich ein Beitrag zum Tanzen und Abrocken, meist eine Band, so erklärt das Moderator „De Paul“.

Nicht nur die unzähligen Stammbesucher wissen das zu schätzen. Auch der Darmstädter Jochen Werner zum Beispiel, der als Aurora DeMeehl schon von Anfang an dabei gewesen ist. „Das ist immer ein sehr liebevolles Publikum hier. Sehr offen für den Blödsinn, den wir machen. Wir freuen uns wie Bolle, wenn wir in Groß-Umstadt auftreten. Das ist immer cool hier und auch so ein tolles Programm, bei dem man selbst noch interessante Leute kennen lernt.“

Auszüge aus seinem großen Repertoire zeigte das stimmgewaltige „Vintage Showgirl“ mit dem kleinen Programm „Lachperlenspiel“ und Ehemann Herrn Schmidt. Charmant, witzig, mit großen Gesten souverän vorgetragen, gelang einmal mehr ein glamouröser Auftritt von „Aurörschen“, wie Freunde zu ihr sagen dürfen.

Songs der Musikgeschichte in neuem Gewand

„Jeder Dienst wird getauscht, damit ich freitags frei habe“, schildert Elke Hax-Holzapfel. Von Anfang an, schon seit Kuhstall-Zeiten, besucht sie den ihr so lieb gewonnenen Kleinkunstabend. „Weil es Umstädter Kultur ist. Ich muss nicht bis nach Darmstadt oder Frankfurt fahren, ich bleibe in meiner Heimat. Die Mischung macht’s. Ich komme konstant immer daher, egal wer dabei ist. Wie ein Überraschungs-Ei ist das.“

Letzte im deutlich mehr als drei Stunden dauernden Programm war die sechsköpfige Band „Die Wingerts“, die beachtlich vielfältig und weit ausholte, um sehr verschiedene Songs der Musikgeschichte in neuem Gewand zu präsentieren. In sattem, rhythmischem Sound reichte das von Pink über Amy Winehouse und Norah Jones bis hin zu Eric Clapton, Stevie Wonder, Chaka Khan und eigenen Stücken.

Quelle: Darmstädter Echo, vom 05.03.2018