In Groß-Umstadt werden zwei Adventsmarktbuden vom Sturm zerlegt

Heftiger Wind und starker Regen machen den Ausstellern beim Um Städter Adventsmarkt zu schaffen. Liveprogramm mit den „Los Veteranos“ kommt gut an.

GROSS-UMSTADT – Vor der prächtigen Kulisse des historischen Marktplatzes mit seinen Fachwerkhäusern und dem Renaissance-Rathaus, festlich geschmückt und illuminiert, hielt Umstadt am Wochenende seinen dreitägigen Adventsmarkt ab. Doch: „Das Wetter killt uns“, musste Organisator Helmut Fendt am Samstag feststellen. Nicht allein mit starkem Regen hatte man zu kämpfen. Dem heftigen Sturm waren in der Nacht bereits zwei Buden zum Opfer gefallen. Zumindest am Sonntag sorgte das Wetter für regen Betrieb, konnten Besucher aus Nah und Fern zwischen den Ständen und Buden – etwas genusslastig in Sachen Essen und Trinken – bummeln und sich die eine oder andere Köstlichkeit schmecken lassen.

Durchgehend geregnet hatte es am Freitag, wo nach der Eröffnung mit Bürgermeister und Groß-Umstadts Weinhoheiten das Bühnenprogramm seinen Auftakt nahm. Verantwortlich für dessen Organisation war Paul Wucherpfennig, weithin bekannter „Kulturaktivist“ und Musiker. Bei der Zusammenstellung eines kurzweiligen, musikalischen Live-Programms für Jung und Alt hatte er einmal mehr das richtige Händchen bewiesen. Ihn sollte man am folgenden Tag mit seinen „Los Veteranos“ erleben, die mit ihrer „Hessischen Woihnoacht“ begeistern.

Seit vielen Jahren dreht das Kinderkarussell der Schaustellerfamilie Fendt aus Babenhausen auf dem Umstäder Adventsmarkt seine Runden. Darüber hinaus hatte sie einen Süß- und Spielwarenwagen sowie ihre Weihnachtshütte mitgebracht. „Wir hatten schon Schnee und Eis, wir hatten schon Regen, die Open-Air-Veranstaltungen sind ja immer ein Risiko“, sagte Helmut Fendt zu den ersten beiden Tagen, „aber das hier habe ich noch nie erlebt“.

Seit 1988 ist Fendt in Umstadt dabei, damals noch am Pfälzer Schloss. Die Sache auf dem Marktplatz anzusiedeln, habe er für positiv gehalten. „Der Marktplatz hat schon was. Das Rundherum ist okay.“ Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniere sehr gut, so Fendt und lobte das „schöne Bühnenprogramm“. Hier wie auch anderswo laufe jedoch überwiegend nur Essen und Trinken. „Eigentlich müsste die Sache weihnachtsspezifisch gestärkt werden“, fand Fendt. Während man dafür bei diesen dreitägigen, „zu kurzen“ Märkten kaum Anbieter finde, sei die Verkaufsausstellung in der Säulenhalle „zementiert“, wo Hobbykünstler eine breite Palette ihres Schaffens zeigten.

Dort hatte Seppl Tschotschek seine Skihütte aufgebaut, schenkte roten und weißen Glühwein sowie hausgemachte Schnäpse aus. „Früher hatte ich noch keinen Stand, da war ich immer unten im Rodensteiner Keller, ganz allein, verlassen und verloren“, lacht er.

Über viele Jahre beibehalten hat Georg Ruppert seinen beliebten Rieslingpunsch. Der Heubacher betreibt seit 1988 seine Bude und gehört damit zu den ältesten Anbietern beim Umstädter Adventsmarkt. Er habe lange „rumprobiert“ für seine mittlerweile zum Markenzeichen gewordene Spezialität. Dafür bedeckt Ruppert den Boden der Gläser mit Trauben, die er in eine spezielle Würzmischung eingelegt hat, und füllt den heißen Rieslingwein darüber. „Dann halten die das Aroma. Ist natürlich sehr lecker.“ Das fanden auch viele seiner Stammkunden, von denen viele den Adventsmarkt als „einfach kuschelig“ beschrieben – trotz des sehr teils ungemütlichen Wetters.

 

Dorothee Dorschel, Darmstädter Echo 17.12.2019